Direktzurren — Diagonal- & Schrägzurren.
Direktzurren
Neben dem Niederzurren wird in der Ladungssicherung auch das Direktzurren eingesetzt. Während beim Niederzurren das Ladegut auf die Ladefläche gepresst wird, wird die Ladung beim Direktzurren durch Zurrsysteme in Position gehalten.
Im Gegensatz zum Niederzurren gehört das Direktzurren somit der formschlüssigen Ladungssicherung an. Beim Niederzurren zählt vor allem die Vorspannkraft (STF), beim Direktzurren hingegen die zulässige Zurrkraft (LC).
Das Direktzurrverfahren lässt sich in unterschiedliche Arten unterteilen:
- Diagonalzurren
- Schrägzurren
- Bucht-/Kopflashing
Beim Direktzurren ist die erforderliche zulässige Zurrkraft (LC) der Zurrmittel von folgenden Parametern abhängig:
- Zurrwinkel α (sollte im Bereich zwischen 20° bis 65° liegen)
- Der Horizontalwinkel β (sollte im Bereich zwischen 6° bis 55° liegen)
- Gleitreibbeiwert μ
- Ladungsgewicht m
Zudem ist entscheidend, ob die Ladung längs (x-Richtung) oder quer (y-Richtung) zur Fahrtrichtung gesichert werden muss, da unterschiedliche Beschleunigungswerte beachtet werden müssen.
Zusätzliche Maßnahmen wie Formschluss, Verkeilen, Nageln oder Festsetzen der Ladung erhöhen in hohem Maße die Sicherheit.
Diagonalzurren
Beim Diagonalzurren werden stets vier Zurrgurte verwendet. Es gibt folgende drei Möglichkeiten:
1. Die Zurrgurte werden von den Ecken der Ladung zur nächstliegenden Ecke an der Vorder- und Rückseite gespannt.
2. Die Spanngurte überkreuzen sich an Vorder- und Rückseite.
3. Die Spanngurte überkreuzen sich an den Längsseiten.
Schrägzurren
Beim Schrägzurren werden normalerweise acht Spanngurte im rechten Winkel (β = 90°) zur Ladefläche gespannt.
In der Regel erfolgt das Schrägzurren entweder in Längs- oder in Querrichtung, da der Formschluss (z. B. durch Blockieren oder andere Ladeeinheiten) die jeweils andere Richtung absichert.
Berechnungsformel
Für die Berechnung des Diagonalzurrens bei freistehender, standsicherer Ladeeinheit mit vier Zurrmitteln gelten nach VDI 2700 Blatt 2 folgende Formeln:
Diagonalzurren in Längsrichtung:
Diagonalzurren in Querrichtung:
| Kürzel | Definition/Erklärung nach VDI 2700 | |
|---|---|---|
| FiH | Rückhaltekraft im Zurrmittel | |
| fl | Längsbeschleunigungsbeiwert = 0,8 | |
| fq | Querbeschleunigungsbeiwert = 0,5 | |
| fv | Vertikalbeschleunigungsbeiwert nach unten = 1,0 | |
| LC | Zulässige Zugkraft/Lashing Capacity eines Zurrmittels | |
| g | Erdbeschleunigung | g = 9,81 m/s² |
| m | Masse der Ladung | Masse der Ladung, die zu sichern ist |
| n | Anzahl der Zurrmittel | |
| α | Vertikalwinkel | Winkel zwischen Zurrmittel und Ladefläche eines Transportmittels |
| βl | Längsverlaufender Horizontalwinkel | Winkel zwischen Zurrmittel und Längsachse (x-Achse) eines Transportmittels in der Ebene der Ladefläche |
| βq | Querverlaufender Horizontalwinkel | Winkel zwischen Zurrmittel und Querachse (y-Achse) eines Transportmittels in der Ebene der Ladefläche |
| μ | Reibbeiwert | Beiwert zur Bestimmung der Reibung zwischen Ladung und jeweiliger Unterlage während der Bewegung der Ladung relativ zur Ladefläche |
Unsere Dolezych-Einfach-Methode© – Diagonalzurren
Die Dolezych-Einfach-Methode© wurde entwickelt, um die Auswahl der erforderlichen Zurrmittel noch schneller zu ermitteln. Beim Direktzurren wird hier die notwendige LC der Zurrmittel ausgewählt.
Dabei wurde für die Winkelbereiche
α von 20° bis 65° und
β von 6° bis 55°
stets die ungünstigste Winkelpaarung genutzt, um die notwendige Sicherungskraft LC zu berechnen. Die LC-Werte in der Tabelle sind so aufgerundet, dass diese mit der jeweiligen LC der verfügbaren Zurrmittel übereinstimmen. Durch das Aufrunden bist du „einfach“ und „sicher“ unterwegs!
Voraussetzung zur Auswahl gemäß der Tabelle:
- Mittige Schwerpunktlage
- Zurrmittel müssen eine gleiche Dehnung aufweisen.
- Die Zurrmittel sind gleichmäßig vorzuspannen (in der Regel 10% der LC).
- Mit vier Zurrmitteln bei zwei Zurrmittelpaaren pro Seite (n = 2)
- Die Befestigungspunkte an der Ladung und Ladefläche weisen die entsprechende Festigkeit auf.
- Erdbeschleunigung g = 9,81 m/s²
|
Gewicht der Ladung in kg |
LC in daN | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| μ = 0,1 | μ = 0,2 | μ = 0,3 | μ = 0,4 | μ = 0,5 | μ = 0,6 | |
| 250 | 500 | 250 | 250 | 250 | 250 | 250 |
| 500 | 750 | 500 | 250 | 250 | 250 | 250 |
| 1.000 | 1.500 | 1.000 | 500 | 500 | 250 | 250 |
| 1.500 | 2.500 | 1.500 | 750 | 500 | 500 | 250 |
| 2.000 | 4.000 | 2.000 | 1.000 | 750 | 500 | 500 |
| 2.000 | 4.000 | 2.500 | 1.500 | 1.000 | 750 | 500 |
| 3.000 | 6.300 | 4.000 | 1.500 | 1.000 | 750 | 500 |
| 4.000 | 6.300 | 4.000 | 2.000 | 1.500 | 1.000 | 750 |
| 5.000 | 10.000 | 6.300 | 2.500 | 2.000 | 1.500 | 750 |
| 6.000 | 10.000 | 6.300 | 4.000 | 2.000 | 1.500 | 1.000 |
| 7.000 | 16.000 | 6.300 | 4.000 | 2.500 | 1.500 | 1.000 |
| 8.000 | 16.000 | 10.000 | 4.000 | 4.000 | 2.000 | 1.500 |
| 9.000 | 16.000 | 10.000 | 6.300 | 4.000 | 2.000 | 1.500 |
| 10.000 | 16.000 | 10.000 | 6.300 | 4.000 | 2.500 | 1.500 |
| 12.000 | 20.000 | 16.000 | 6.300 | 4.000 | 4.000 | 2.000 |
| 14.000 | 16.000 | 10.000 | 6.300 | 4.000 | 2.000 | |
| 16.000 | 16.000 | 10.000 | 6.300 | 4.000 | 2.500 | |
| 18.000 | 20.000 | 10.000 | 6.300 | 4.000 | 2.500 | |
| 20.000 | 20.000 | 10.000 | 10.000 | 6.300 | 4.000 | |
| 22.000 | 20.000 | 16.000 | 10.000 | 6.300 | 4.000 | |
| 24.000 | 16.000 | 10.000 | 6.300 | 4.000 | ||
| 26.000 | 16.000 | 10.000 | 6.300 | 4.000 | ||
| 28.000 | 16.000 | 10.000 | 6.300 | 4.000 | ||
| 30.000 | 16.000 | 10.000 | 10.000 | 4.000 | ||
| 35.000 | 20.000 | 16.000 | 10.000 | 6.300 | ||
| 40.000 | 20.000 | 16.000 | 10.000 | 6.300 | ||
| 42.000 | 16.000 | 10.000 | 6.300 | |||
| 44.000 | 16.000 | 10.000 | 6.300 | |||
| 46.000 | 16.000 | 10.000 | 6.300 | |||
| 48.000 | 16.000 | 16.000 | 10.000 | |||
| 50.000 | 20.000 | 16.000 | 10.000 | |||
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