Anschlagketten

Unten klicken, um direkt zu den verschiedenen Themen zu springen:

  1. Was sind Anschlagketten?
  2. Zubehörvarianten
  3. Qualitätskontrolle
  4. Inbetriebnahme von DoKett-Anschlagketten
  5. Lastentransport Schritt-für-Schritt
  6. Anwendungs- und Warnhinweise
  7. Aufbewahrung von Anschlagketten

Unser Sortiment:

Entdecken Sie auch unsere Shopauswahl oder fordern Sie ein unverbindliches Angebot an:


1. Was sind Anschlagketten?

Anschlagketten der GK8 und GK10 gehören zu den wichtigsten Anschlagmitteln. Sie werden in den unterschiedlichsten Einsatzgebieten verwendet, um schwere Lasten oder Güter zu heben (z.B. auf dem Bau oder in der Industrie).

Die unterschiedlichen Ketten-Systeme können wir für Sie je nach Verwendungszweck anpassen.


2. Zubehörvarianten

Egal für welches Kettensystem Sie sich entscheiden: die Auswahl an Zubehör ist riesengroß. Unterschiedliche Hakentypen, Verkürzungsmöglichkeiten, Aufhängeglieder, Drallfänger und, und, und … Ihre individuelle Anschlagkette für Ihren speziellen Einsatzfall lässt sich sicher zusammenstellen.

Dolezych hilft Ihnen gerne mit sachkundiger Beratung weiter. Nutzen Sie unsere Erfahrung!


3. Qualitätskontrolle – Sicherheit ist überlebenswichtig!

Dolezych-Anschlagketten sind hochfeste, vergütete Ketten, die einer strengen Qualitätskontrolle in allen Fertigungsprozessen unterliegen. Unsere Ketten durchlaufen folgende Qualitätskontrollen:

  • Prüfkraft: Die Belastung wird für alle Ketten mit dem 2,5fachen der Tragfähigkeit durchgeführt.
  • Mindestbruchkraft: Aus laufender Produktion werden regelmäßig Stichproben für Bruchbelastungen entnommen. Die Bruchkraft muss mindestens dem vierfachen der Tragfähigkeit entsprechen.
  • Magnetische Rissprüfung: Jedes Bauteil wird entsprechend DIN EN 1677 magnetisch auf Rissfreiheit geprüft.
  • Bruchdehnung: Die Kette muss sich vor dem Bruch um mindestens 20 % dehnen. Das ist eine zusätzliche Sicherheit für Sie, denn wenn die Kette überlastet wurde, können Sie dieses an der Überlänge rechtzeitig erkennen. Kette sofort auswechseln!

Weitere Informationen finden Sie auch unter Kennzeichnung von Anschlag- und Hebemitteln.


4. Inbetriebnahme von DoKett-Anschlagketten

Bevor die ausgewählte DoKett-Anschlagkette in Betrieb genommen wird, ist zu prüfen, ob die Identifizierung und Abmessungen richtig sind. Verwenden Sie niemals eine DoKett-Anschlagkette, die schadhaft oder deren Kennzeichnung nicht mehr vorhanden ist!


5. Lastentransport

Schritt-für-Schritt-Anleitung:

Folgen Sie immer der guten Anschlagpraxis: Planen Sie den Anschlag-, Hebe- und Absetzvorgang vor Beginn des Hebevorganges.

Und so geht’s:

  1. Treffen Sie Vorbereitungen: Gewicht der Last und Schwerpunkt ermitteln, Begleitpapiere lesen, auf gekennzeichnete Anschlagpunkte und Gewichtsangaben an der Last achten oder Wiegen der Last mit einer Kranwaage (DoLast). Das Schätzen von Gewicht und Schwerpunkt mit Hilfe von Gewichtstabellen ist keine geeignete Lösung. Nur wenn die Schwerpunktlage richtig ermittelt worden ist, kann man den Kranhaken in die richtige Position bringen!
  2. Teilen Sie dem Kranführer das Gewicht der Last mit.
  3. Platzieren Sie den Kranhaken senkrecht über den Schwerpunkt der Last.
  4. Schlagen Sie nun die Last an: Die Last ist so anzuschlagen, dass sowohl eine Beschädigung der Last als auch der DoKett-Anschlagkette vermieden wird. Um die Last zu heben, ohne dass sich diese verdreht oder umschlägt, sind folgende Bedingungen einzuhalten:
    a) Für 1-strängige DoKett-Anschlagketten muss der Anschlagpunkt senkrecht über dem Lastschwerpunkt liegen.
    b) Für 2-strängige DoKett-Anschlagketten müssen die Anschlagpunkte beiderseits und oberhalb des Lastschwerpunktes liegen.
    c) Für 3- und 4-strängige DoKettAnschlagketten müssen die Anschlagpunkte gleichmäßig in einer Ebene um den Lastschwerpunkt verteilt sein und sollten oberhalb des Lastschwerpunktes liegen.
Anschlagketten_unterschiedliche Neigungswinkel

Unbedingt Neigungswinkel ß (Winkel zwischen der Senkrechten und dem Anschlagmittel) beachten: Je größer der Neigungswinkel, desto geringer ist die Tragfähigkeit. Neigungswinkel über 60° sind nicht zulässig!


Bei 3- und 4-strängigen DoKett-Anschlagketten und ungleicher Lastverteilung darf nur von der Tragfähigkeit einer zweisträngigen DoKett-Anschlagkette in Abhängigkeit vom größten Neigungswinkel ausgegangen werden. Treten bei zweisträngigen DoKett-Anschlagketten unterschiedliche Neigungswinkel (s. Abb.) auf, darf nur die Tragfähigkeit eines einzelnen Stranges zugrunde gelegt werden.

!!! Lasten können verrutschen oder fallen, wenn sie falsch angeschlagen werden. Eine fallende Last kann zu schweren Verletzungen und Tod führen !!!

Zur Vermeidung einer Überlastung des stärker belasteten Stranges darf nur ein Strang als tragend angenommen werden! Mit ungleicher Lastverteilung ist immer zu rechnen, wenn
– die Last unelastisch ist (z. B.: Betonteile, Gussstücke, kurze Träger u. ä.),
– die Lage des Schwerpunkts nicht bekannt ist,
– die Last ungleichmäßig geformt ist,
– unterschiedliche Neigungswinkel auftreten.

Nur geeignete und ausreichend dimensionierte Lastangriffspunkte verwenden.

!!! Nie unter Umschnürungen fassen! Achtung: Im Hängegang darf nicht angeschlagen werden !!!

  • Von dieser Regel ausgenommen ist der Anschlag
    • großstückiger Lasten, sofern das Zusammenrutschen der Anschlagmittel und eine Verlagerung der Last ausgeschlossen sind,
    • langer, stabförmiger Lasten unter Traversen, sofern eine Schrägstellung der Traverse zwangsverhindert und die Last so unterfangen ist, dass sie sich nicht übermäßig durchbiegt. Eine Schrägstellung der Traverse braucht nicht zwangsverhindert zu sein, wenn durch die Beschaffenheit und die Oberfläche der Last oder durch den Anschlag ein Herausschießen der Last oder von Teilen der Last verhindert ist.
  • Bei Verwendung im Schnürgang beträgt die Tragfähigkeit nur 80 % der angegebenen Tragfähigkeit! Dabei ist zu beachten, dass sich ein Schnürwinkel von 120° einstellen soll.
  • Wenn mehrere Kettenstränge im Schnürgang benutzt werden, darf die Last dadurch nicht verdreht werden.
  • Werden mehrsträngige DoKett-Anschlagketten so verwendet, dass nicht alle Stränge tragen, so sind die nicht benutzten Stränge in den Aufhängekopf hochzuhängen. Entsprechend reduziert sich die Tragfähigkeit der benutzten Stränge.
  • Verlassen Sie den Gefahrenbereich.
  • Verständigen Sie sich mit allen an dem Anschlagvorgang Beteiligten.
  • Warnen Sie Unbeteiligte im Transport- und Abladegefahrbereich.

!!! Warnung: Zu den gefährdeten Personen gehören z. B. Anschläger und andere Personen, die sich im Bereich des Transportweges aufhalten !!!

  • Geben Sie dem Kranführer nur durch eine einzige Person Zeichen.
  • Beachten Sie beim probeweisen Anlüften, ob
    a) sich die Last verhakt hat oder festsitzt,
    b) die Last in Waage ist bzw. richtig hängt und
    c) alle Stränge gleichmäßig tragen.
  • Lassen Sie schief hängende Lasten wieder ab und befestigen Sie diese neu.
  • Transportieren der Last durch den Kran.
  • Führen Sie beim Transport sperriger Teile und bei Windbelastung die Last mit einem Leitseil. Stellen Sie sich dabei außerhalb des Gefahrbereiches, z. B. neben statt vor Fahrzeugkranen.
  • Setzen Sie die Last nach Anweisung des Anschlägers ab.
  • Sichern Sie die Last gegen Umstürzen und Auseinanderfallen.
  • Entfernen Sie die Anschlagmittel von der Last.
  • Hängen Sie die Haken der Anschlagmittel in den Aufhängekopf.
  • Achten Sie beim Anheben der unbenutzten Anschlagmittel darauf, dass diese sich nicht an der Last verhaken.

6. Wichtige Anwendungs- und Warnhinweise

  • Beim Arbeiten mit DoKett-Anschlagketten Handschuhe tragen (Verletzungsgefahr!)
  • Vermeiden Sie Reißen oder Ruckbelastung
  • DoKett-Anschlagketten dürfen nicht geknotet oder verdreht belastet werden
  • Last darf nur im Hakengrund und in Lastrichtung angehoben werden
  • Haken und andere Kettenendbeschläge dürfen nicht auf Biegung beansprucht werden
  • Verkürzungen dürfen nur durch Verkürzungshaken bzw. -klauen vorgenommen werden. Besonderer Hinweis für den Verkürzungshaken mit Öse oder Gabel: Die DoKettAnschlagkette ist so in den Verkürzungshaken einzulegen, dass der belastete Kettenstrang (Kennzeichnung F auf dem Haken) in einer Linie mit der Aufhängeöse des Verkürzers steht.
  • Parallelhaken müssen beidseitig Stützrippen haben, damit das Kettenglied besser abgestützt wird. Der Einsatz ohne Stützrippen ist verboten. Die Kette muß richtig in die Verkürzertasche der Verkürzerklaue eingelegt sein. Bei Parallelhaken und Verkürzungsklaue darf nur die nach unten abgehende Kette belastet werden.
  • Eine Falschanwendung führt zur Beschädigung der DoKett-Anschlagkette und kann den Absturz von Lasten zur Folge haben!
  • Aufhängeglieder müssen im Kranhaken frei beweglich sein
  • Haken niemals auf der Spitze belasten
  • Bei scharfkantigen Lasten sind die DoKett-Anschlagketten durch Zwischenlagen (Dolezych-Kantenschoner) zu schützen. Alternativ kann die Kette auch eine Nenngröße stärker gewählt werden, um sie zu „panzern“. Eine scharfe Kante liegt bereits vor, wenn der Kantenradius r kleiner als der Kettenglieddurchmesser d ist.

Es ist insbesondere verboten:

  • Kettenglieder mit Draht zusammenzubinden oder mit Schrauben zusammenzuhalten
  • Kettenglieder unterschiedlicher Nenndicke ineinander zu stecken und zum Zusammenhalten einen Bolzen, Nagel o. ä. dazwischen zu stecken
  • Kettenbauteile unterschiedlicher Güteklassen miteinander zu verbinden.
  • Ausnahme: Die Tragfähigkeitskennzeichnung des Gesamtsystems wird auf das Bauteil mit der geringsten Tragfähigkeit ausgelegt.
  • Haken mit ihrer Spitze in ein Kettenglied einzuhängen
  • offene oder genietete Notglieder zu verwenden
  • DoKett-Anschlagketten nach Bruch oder Verformung eines Kettengliedes zu verwenden
  • durch Überlastung steifgezogene DoKett-Anschlagketten weiter zu verwenden
  • DoKett-Anschlagketten mehrfach um Lasthaken zu schlingen

7. Aufbewahrung von Anschlagketten

DoKett-Anschlagketten werden zweckmäßigerweise an Gestellen hängend aufbewahrt.