Das Niederzurrverfahren nach der Dolezych-Einfach-Methode©

Beim kraftschlüssigen Verfahren Niederzurren wird die zu sichernde Ladung mit Zurrmitteln überspannt, auf die Ladefläche gedrückt und somit nach allen Seiten gesichert.

Achtung! Die Zurrmittel müssen auf beiden Seiten der Ladefläche an geeigneten Befestigungspunkten (z. B. Zurrpunkte nach DIN EN 12640) befestigt werden. Ein Umreifen der Ladung allein ist keine ausreichende Ladungssicherung. Es muss immer eine Verbindung zwischen Ladegut und Ladefläche hergestellt werden.

Um das Verrutschen der Ladung zu verhindern, wird die Anpresskraft zwischen Ladegut und Ladefläche, und damit die Reibkraft durch Vorspannkräfte erhöht. Die Vorspannkraft (STF) sollte dabei an allen Überspannungen gleich groß sein. Nach VDI und DIN EN 12195-1:2004-04 dürfen Zurrmittel mit nicht mehr als 50 % der maximalen Zugkraft (LC) vorgespannt werden. Während der Fahrt auftretende, dynamische Kräfte können sonst die Gurte überlasten.

Achtung! Von Zeit zu Zeit muss die Vorspannung überprüft werden (besonders kurz nach Antritt der Fahrt), weil die Gefahr besteht, dass sich die Zurrmittel durch Verrutschen der Ladung lockern. Die einfachste Methode, die Vorspannkraft zu prüfen, ist die Anwendung eines Vorspannmessgeräts, z. B. DoMess3. Hier genügt ein Blick, um festzustellen, ob Ihre Ladung sicher verzurrt ist.

Um die Vorspannung beim Niederzurren auf beiden Seiten der Ladung zu gewährleisten, empfehlen wir Kantenschutzgleiter, die eine gleichmäßige Kraftverteilung im Zurrmittel bewirken und zudem Schutz gegen scharfe Kanten bieten. Mit dem mobilen DoMess3 können Sie schnell die Vorspannung auf beiden Seiten der Verzurrung ermitteln.

Die Frage, wie viele Zurrgurte nötig sind, um eine Ladung durch Niederzurren zu sichern, ist ganz einfach beantwortet. Wie?

Mit unserer Dolezych-Einfach-Methode©, der Trucker’s Disc, der Berechnungssoftware Do.L.O.R.E.S. oder mit iDolores, der App für Smartphones.

Die rechnerischen Grundlagen der korrekten Ladungssicherung basieren auf den Berechnungsformeln der VDI 2702 bzw. DIN EN 12195-1:2004-04. Mit Taschenrechner und Messungen am Ladegut lässt sich mit der unten stehenden Formel die korrekte Ladungssicherung berechnen:

Formel zur Berechnung der LadungssicherungBerechnungsformel nach DIN EN 12195-1:2004-04. Ermittlung der erforderlichen Vorspannkraft FT zum Niederzurren.

Ziemlich kompliziert, oder? Es geht auch viel leichter!

In Zusammenarbeit mit Herrn Prof. Dorn (Hochschule Bremerhaven) hat Dolezych die Einfach-Methoden© weiterentwickelt. Mit nur wenigen Einflussfaktoren wird die korrekte Anzahl und Dimensionierung der Ladungssicherungsmittel in übersichtlichen Tabellen dargestellt (siehe Tabelle Einfachmethode Niederzurren und Tabelle Einfachmethode Direktzurren). Die Tabellen basieren auf den rechnerischen Grundlagen der DIN EN 12195- 1:2004-04. Sie sind praxiserprobt und werden von unseren Ingenieuren stets weiterentwickelt, damit die Auswahl der geeigneten Zurrmittel noch einfacher wird. So wünscht es sich der Praktiker!

Die Tabelle Niederzurren ist ganz einfach zu lesen. Entscheidend für die Anzahl der Zurrmittel (orangefarbene Felder) sind
der Reibbeiwert μ (grüne Felder),
die Vorspannkraft (graue Felder),
der Zurrwinkel (blaue Felder) und
das Ladungsgewicht (hellgrau).

Der Tabelle wurden die Reibbeiwerte μ=0,1 – 0,6 zu Grunde gelegt. Um einen μ-Wert von 0,6 garantieren zu können, müssen ölige, fettige, vereiste oder stark verunreinigte Ladeflächen und Ladungen unbedingt vermieden werden (siehe Tabelle Gleitreibbeiwerte). Der Reibbeiwert μ=0,6 ist nur mit einer geprüften DoMatt-Antirutschmatte zu erreichen. Die Vorspannkraft (STF) darf 50 % der zulässigen Zugkraft des Zurrgurtes (LC) nicht überschreiten. Deshalb muss z. B. bei der Einleitung von 1000 daN Vorspannkraft (STF) ein Zurrgurt mit einer zulässigen Zugkraft (LC) von mindestens 2000 daN im direkten Zug bzw. 4000 daN in der Umreifung verwendet werden (z. B. Do- Zurr 4000). Bei Zurrwinkeln (siehe 3.1.2) zwischen 35°, 60° und 90° ist immer der nächst niedrigere Zurrwinkel aus der Tabelle anzusetzen. Vertikalwinkel unter 35° sind unwirtschaftlich und bleiben deshalb unberücksichtigt.

Tabelle Dolezych-Einfach-Methode©

Die Anzahl der notwendigen Zurrmittel ist nach DIN EN 12195-1:2004 berechnet. Die Vorspannkraft STF beträgt auf der dem Spannmittel entgegengesetzten 50%. Alle nicht ganzzahligen Tabellenwerte wurden aufgerundet.

„Ein Gurt ist kein Gurt!“ Mindestens 2 Überspannungen sind für eine freistehende, homogene Ladung erforderlich.

Die berechneten Werte beziehen sich auf nicht-kippgefährdete Ladegüter.

Tabelle Dolezych-Einfach-Methode

Die Vorspannkraft STF

Für die Ladungssicherung werden unterschiedliche Ratschen-Typen eingesetzt. Neben ergonomischen und funktionellen Unterschieden ist die erreichbare Vorspannung das Hauptunterscheidungsmerkmal. Mit einer Standard-Ratsche lassen sich 250 – 350 daN Vorspannkraft erzielen. Mit den Langhebelzugratschen (DoMulti, Do2Step, DoVario) erreichen Sie 500 bis 1000 daN Vorspannung. Die Größe der eingebrachten Vorspannkraft bestimmt die Anzahl der notwendigen Niederzurrungen entscheidend mit. Somit liegt Ihr Vorteil darin, dass Sie beim Niederzurren bei der Verwendung der Langhebel-Zugratschen bis zu 70 % weniger Zurrmittel benötigen. Ein unschlagbares Argument! Zurrmittel dürfen nur dann zum Niederzurren eingesetzt werden, wenn die STF auf dem Etikett steht. Bei der Ermittlung der tatsächlichen Vorspannung im Zurrmittel helfen Ihnen unsere DoMess-Vorspannkraftmessgeräte.

Der Zurrwinkel

Der Zurrwinkel liegt zwischen Ladefläche und Zurrmittel, er sollte mindestens 35° betragen. Beim Niederzurren hängt die Anzahl der Überspannungen zum großen Teil von diesem Winkel ab. Je größer der Winkel ist, desto weniger Überspannungen benötigen Sie für Ihre Ladung. Die besten Ergebnisse erreichen Sie mit einem Winkel =90°. Ist der Winkel nicht bekannt, sollte vom ungünstigsten Fall (Winkel =35°) ausgegangen werden. Winkel unter 35° sind völlig unwirtschaftlich und sollten vermieden werden. Bei der Ermittlung der Winkel hilft Ihnen unser Winkelmesser – einfach ablesen und Sie sind im Bilde!

Der Reibbeiwert μ (auch Gleitreibbeiwert)

Ob eine Ladung (z. B. beim Bremsen) verrutscht oder nicht, hängt u. a. von der Beschaffenheit der Kontaktflächen zwischen Ladegut und Ladefläche ab. In der Ladungssicherung spricht man vom Gleitreibbeiwert μ. Für eine Vielzahl von Werkstoffpaarungen gibt es durch Versuche ermittelte Gleitreibbeiwerte (siehe Tabelle Gleitreibbeiwerte S. 94 oder DIN EN 12915-1:2004). Mit DoMatt-Antirutschmatten kann ein Gleitreibbeiwert von μ = 0,6 erreicht werden.