Auf den folgenden Seiten finden Sie Informationen zum Thema Ladungssicherung:

  1. Verantwortlichkeit, Rechtliche Grundlagen
  2. Produkte zur Ladungssicherung
  3. Kräfte bei der Ladungssicherung
  4. Methoden der Ladungssicherung
  5. Vorspannkraft
  6. Welche verschiedenen Zurrgurte gibt es?

Achtung: Verlorene Ladung auf der Fahrbahn

Fast täglich warnt der Verkehrsfunk im Radio vor Gegenständen auf der Fahrbahn. Es sind dabei nicht immer tonnenschwere Ladungen, die verloren wurden und dann auf der Straße liegen, sondern oft kleinere Gegenstände: Diese werden von Fahrzeugen überfahren, durch die Luft geschleudert und gefährden damit andere Verkehrsteilnehmer. Fahrzeugführer, die diesen Gegenständen plötzlich ausweichen, können die Kontrolle über ihr Fahrzeug verlieren und verunglücken teilweise schwer oder sogar tödlich. Um Gefährdungen für die Verkehrsteilnehmer zu reduzieren, führen die Polizei und BAG seit Jahren entsprechende Kontrollen durch und überprüfen die Ladungssicherung.

Schon im § 1 der Straßenverkehrsordnung StVO steht zum Thema Ladungssicherung: „Jeder Verkehrsteilnehmer hat sich so zu verhalten, dass kein anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.“ Bedingt durch die beim Anfahren oder Bremsen auftretenden Beschleunigungs- oder Verzögerungskräfte, können Ladungen verschoben werden. Gleiches kann auch durch auftretende Zentrifugalkräfte während einer Kurvenfahrt oder durch dynamische Vertikalkräfte, die bei der Fahrt über holprige Straßen passieren. Gemäß § 22 der StVO dürfen Ladungen während der Fahrt auf der Ladefläche nicht verrutschen, umfallen oder hin und her rollen. Ladungen verrutschen immer dann, wenn sie nicht ordnungsgemäß durch Ladungssicherungsmittel gesichert sind. Die jeweiligen Sicherungs- und / oder Rückhaltekräfte müssen daher immer größer sein als die entstehenden Beschleunigungs- oder Verzögerungskräfte, auch bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung. Nur dann verrutschen Ladungen nicht.

Grundsätzlich sind alle an der Verladung und dem Transport beteiligten Personen in der Verpflichtung, die Ladungssicherung ordnungsgemäß durch zu führen. Im Falle von Personenschäden ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft gegen eine Vielzahl von beteiligten Personen, um den entsprechenden Grad des jeweiligen Verschuldens zu beurteilen.

Deshalb sind die Unternehmen verpflichtet, ihre Geschäftsprozesse im Hinblick auf die Ladungssicherung transparent darzustellen und die Verantwortlichkeiten eindeutig festzulegen. Sie müssen dafür Sorge tragen, dass die Aus- und Fortbildung der Mitarbeiter regelmäßig erfolgt. Sollten die Ordnungsorgane hierbei Mängel feststellen, werden sowohl die Unternehmensleitungen in die Verantwortung genommen als auch die mit der eigentlichen Verladung und dem Transport betrauten Mitarbeiter.

Wenn durch die Polizei- oder BAG Kontrollen mangelnde Ladungssicherung festgestellt wird, werden Bußgelder verhängt und Punkte im Verkehrszentralregister eingetragen. Damit ist auch immer eine entsprechende Nachsicherungsverpflichtung vor Ort verbunden. Gegebenenfalls können die Ordnungsorgane über das Instrument der Gewinnabschöpfung zusätzliche, empfindliche finanzielle Strafen verhängen. Kommt es infolge von mangelnder Ladungssicherung zu Personenschäden, so wird durch die Gerichte eine Geld- oder Freiheitsstrafe verhängt. Wer im Rahmen der Verantwortungskette dann davon betroffen ist, wird im Einzelfall entschieden.