Antirutschmatten gemäß VDI 2700 Blatt 14 + 15

Die Reibung – verschiedene Reibungsarten


Antirutschmatte-DolezychEine wesentliche Rolle bei der Durchführung einer geeigneten Ladungssicherung spielt die Widerstandskraft gegen das Verschieben eines Körpers (Ladung) auf seiner Unterlage (Ladungsträger, Ladefläche) bzw. zwischen einzelnen Ladungsteilen, die Reibung.

Generell muss zwischen diesen Reibungskräften unterschieden werden:

  • Haftreibung ist die Widerstandskraft, die ein ruhender Körper dem Verschieben auf seiner Unterlage entgegensetzt.
  • Gleitreibung ist die Widerstandskraft, die ein sich bereits bewegender Körper dem weiteren Verschieben auf seiner Unterlage entgegensetzt.
  • Rollreibung ist die Widerstandskraft, die ein Körper mit dem Radius „r“ dem Rollen auf seiner Unterlage entgegensetzt. Sie kann auch bei verschmutzten Ladeflächen/Ladegütern (Sand, Abrieb) entstehen und muss verhindert werden.

Um dynamische Kräfte, die beim Transport von Ladungen generell auftreten können, zu berücksichtigen, wird bei den Verfahren zur Berechnung der Ladungssicherung mit der Gleitreibung und nicht mit der Haftreibung gerechnet.


 

Antirutschmatten als Gleitreibbeiwerterhöhende Unterlagen

Antirutschmatte-aus-GranulatfaserAntirutschmatten als Ladungssicherungshilfsmittel sind in der Lage, einen Mindestgleitreibbeiwert zu gewährleisten.

Die Höhe des Reibungswiderstandes wird durch die Reibungszahl (Reibbeiwert) μ bestimmt. DoMatt Antirutschmatten (ARM) entsprechen den Prüfkriterien der BG und garantieren eine definierte Reibungszahl. Die Ermittlung der Gleitreibwerte erfolgt nach VDI 2700 Blatt 14.

Nach den Prüfgrundsätzen der Berufsgenossenschaft für Fahrzeughaltungen darf der Gleitreibbeiwert μ=0,4 nicht unterschritten werden. Derzeit liegen geprüfte und damit anzuwendende Gleitreibbeiwerte bei bis zu μ=0,6.

Vorsicht bei hohen μ-Werten! Manchmal werden höhere Reibbeiwerte für Antirutschmatten angegeben. Diese höheren Reibbeiwerte von z.B. μ= 0,9 sind ideale Werte und können durch sich ändernde Umgebungseinflüsse aber stark reduziert werden. Eine Ladungssicherung auf Basis dieser überhöhten Werte stellt dann ein Risiko dar.


 

Welche Qualitätsmerkmale für Antirutschmatten gibt es?

Schwerlast-Antirutschmatte

Der μ-Wert ist nur ein Qualitätsmerkmal für Antirutschmatten. Die nachfolgend genannten Materialien werden zur Erhöhung des Gleitreibbeiwertes μ verwendet. Granulatfasern werden mittels PU-Bindemittel zu Antirutschmatten verdichtet. Die Form und die Menge der Fasern sowie das Bindemittel bestimmen die Qualität der Antirutschmatte. Je mehr Hohlraum eine Antirutschmatte aufweist, desto geringer ist die Qualität.

Neben dem Gleitreibbeiwert μ sind die nachfolgenden Eigenschaften von Bedeutung:

Eindruckverhalten – Verformung von Antirutschmatten

Antirutschmatte-Eindruckverhalten

Bei hohen Druckbeanspruchungen neigen Antirutschmatten mit großem Hohlraumanteil zur Verdichtung und somit zur „Seifigkeit“, dadurch kann der Gleitreibbeiwert μ  stark abfallen.

Ein Eindruck der Ladung in die Antirutschmatten kann auch positive Auswirkungen auf die Ladungssicherung haben. Die so genannte Verformungsmulde kann ein Verrutschen der Ladung auf der Matte erschweren. Gerade hier kommt es auf die Festigkeit der Antirutschmatte an. Bei 24-stündiger Belastung mit Gitterboxpaletten, Gesamtgewicht 1000 kg, zeigen DoMatt Antirutschmatten keine bleibenden, die Funktion beeinträchtigenden Verformungen.

Bitte beachten Sie: Die Auswahl der Mattenstärke muss so erfolgen, dass keine Verformungen größer als 30 % der Ausgangsdicke erfolgen können.

Zug- / Scherfestigkeit [N/mm2]

Gerissene-AntirutschmatteBei Beanspruchung können insbesondere sehr dünne Antirutschmatten (t<4 mm) mit großem Hohlraumanteil reißen. Minderwertige Granulatmatten neigen sogar zur „Kugelbildung“. Daher gilt: Je höher die Zugfestigkeit der Antirutschmatte, desto besser ist die Qualität. DoMatt-Antirutschmatten haben eine Mindest-Zugfestigkeit von sM = 0,6 N/mm2.

DoMatt Antirutschmatten haben eine Reißdehnung von mind. 60%.

 

Abmessungen von Antirutschmatten

Zuschnitte-von-Antirutschmatten

Für den Anwender sind vor allem die Vorgaben hinsichtlich der erforderlichen Abmessungen von Antirutschmatten für unterschiedliche Ladegüter wichtig. Üblicherweise werden Antirutschmatten als Zuschnitte in unterschiedlichen Größen angeboten. Abhängig von Ladung und Verladesituation kann die Ladung mit kleinen quadratischen Antirutschmatten-Stücken oder auch mit langen Antirutschmatten-Streifen unterlegt werden.

 

 

 

 

 


 

Ablegekriterien von Antirutschmatten:

Bitte entziehen sie DoMatt der weiteren Benutzung bei:

  • bleibenden Verformungen oder Druckstellen
  • ausgebrochenen Stellen
  • aufgequollenen Stellen
  • Schäden der Antirutschmatte aufgrund des Kontaktes mit aggressiven Medien 
  • Versprödung
  • den Gleitreibbeiwert negativ beeinträchtigender Verschmutzung

Die ausgewählte DoMatt Antirutschmatte muss für den Verwendungszweck stark genug sein und hinsichtlich der Zurrart die richtige Größe aufweisen. Es ist immer die “gute Zurrpraxis” zu berücksichtigen.

Antirutschmatten können als zuschneidbare Einzelteile zwischen die Reibungspartner  (Ladegüter untereinander bzw. Ladegut und Ladefläche) eingebracht werden. Sie können jedoch auch direkt auf Ladeflächen von Fahrzeugen aufgebracht sein. Durch ihre Lieferformen (Bahnen, Streifen, Zuschnitte etc.) können sie (mit Ausnahme von Schüttgütern) im Grunde für alle Arten von Ladegütern benutzt werden.


 

Handhabung von Antirutschmatten

Vertikal wirkende Kräfte, z.B. durch Fahrbahnunebenheiten hervorgerufen, können die durch das Gewicht der Ladung wirkende Anpresskraft negativ beeinflussen. In Fahrversuchen konnte sogar nachgewiesen werden, dass die vertikale Anpresskraft und somit auch die wirksame Reibungskraft dann gegen Null gehen kann.

Der unsachgemäße Einsatz von Antirutschmatten kann zu Gefährdung  führen, wenn die Ladung nicht so auf der Antirutschmatte aufliegt, dass sie an keiner Stelle direkten Kontakt mit der Unterlage (Ladefläche) bekommt, die einen geringeren Gleitreibbeiwert als die Antirutschmatte haben kann.

Achtung: Eine Ladung kann niemals ausschließlich durch die Reibkraft gesichert werden, sondern kann nur in Kombination mit zusätzlichen Maßnahmen, z.B. dem “Niederzurren” sinnvoll eingesetzt werden.

Durch die Verwendung von Antirutschmatte kann die Gefahr des frühzeitigen Kippens des Ladegutes bestehen, daher sind geeignete Maßnahmen zur Kippsicherung zu treffen:

  • Die Kontaktflächen müssen besenrein, frei von Eis, Fett und/ oder Öl sein.
  • Die Kontaktflächen sollten trocken sein.

 

Kennzeichnung von Antirutschmatten

Kennzeichen-von-Antirutschmatten

DoMatt Antirutschmatten können auf Wunsch auch mit einer unverlierbaren Kennzeichnung versehen werden. Die Kennzeichnung befindet sich im Randbereich der Antirutschmatte. DoMatt-Antirtutschmatten sind so unter die Ladung zu legen, dass die Kennzeichnung von außen sichtbar bleibt.

 

 

 

 

 

 


 

Weitere Hilfsmittel:

  • rutschhemmend beschichteter Filz
  • rutschhemmend beschichtetes Papier
  • Schaumstoff, beidseitig rutschhemmend ausgerüstet
  • textile Gewebeprodukte, beidseitig rutschhemmend ausgerüstet
  • rutschhemmende Bodenbeläge


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